Als ziehende Werkzeuge bezeichnen wir die hydraulischen ITH-Schraubenspannzylinder (SSZ), da sie den Schraubenbolzen reibungs- und torsionsfrei Längen. Hier erklären wir in Kurzform das Prinzip der SSZ – die ITH-Stretchmethode – sowie ihre Vorteile gegenüber dem Drehmomentverfahren. In der Navigation finden Sie Beispiele und die Produktübersicht.
Die Stretchmethode:
Schraubverbindungen, die nach der ITH-Stretchmethode vorgespannt werden, erzielen eine reproduzierbare Vorspannkraft mit einer engen Toleranz von ±2,5%.
Ein Schraubenspannzylinder (SSZ) wird auf das überstehende Gewinde aufgeschraubt. Von einem Hydraulik-Aggregat wird ein Hydraulikdruck aufgebracht und somit der Schraubenbolzen torsions- und reibungsfrei gelängt. Der hydraulische Druck des SSZ steht in einem linearen Zusammenhang zur Vorspannkraft des SSZ und garantiert eine große Wiederholgenauigkeit.
Nach dem Erreichen des erforderlichen Hydraulikdrucks wird die Mutter mittels eines Handdrehmomentschlüssels mit einem definierten Drehmoment reibungsfrei beigedreht.
Alle ITH-Schraubenspannzylinder sind auf die jeweilige Schraubenfestigkeit ausgelegt. Durch dieses Auslegungsprinzip sowie durch die fehlende Torsionsspannung und die Reibungsunabhängigkeit kann der Schraubenbolzen bis auf 98 % der Streckgrenze vorgespannt werden.
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| Aufschrauben des SSZ mittels einer Handratsche oder Akkuschrauber | Der vorher ermittelte Hydraulikdruck wird aufgebracht und der Schraubenbolzen reibungs- und torsionsfrei gelängt. | Drehmomentkontrolliertes beidrehen der Mutter mittels Handdrehmomentschlüssel. Die Verbindung ist jetzt vorgespannt. | |
Vorteile der ITH-Stretchmethode
Im Vergleich zum konventionellen Drehmomentverfahren bietet Ihnen die ITH-Stretchmethode eine Reihe von Vorteilen. Das konventionelle Drehmomentverfahren muss zum Verschrauben zunächst das Gewindesteigungsmoment sowie die Reibwiederstände im Gewinde und auf der Auflagefläche überwinden. Durch die sehr unterschiedlichen Reibwiederstände kann die Vorspannkraft des Schraubenbolzens um bis zu 100 % variieren (Reibklasse B μges 0,08 bis 0,16).
Vorteile auf einen Blick
- Große Vorspannkräfte bei kleinen Werkzeugabmessungen (z.B. Gewinde W 510 oder M340; 45.000 kN)
- Keine Biegespannungen im Schraubenbolzen
- Reine Zugspannung im Schraubenbolzen
- Gleichzeitiges paralleles Vorspannen mehrerer Schrauben (Multi Tensioning System)
- Ein SSZ ist einsetzbar für mehreren Schraubendimensionen
- Optimal für die Verwendung an nicht-rostendem Stahl (VA-Stahl), da keine Gefahr der Kaltverschweißung "Fressen" der Gewinde
- Temperaturbelastete Schraubverbindungen (z.B. im Gasturbinenbereich) können auch nach längerer Zeit demontiert werden
- Linearer Zusammenhang zwischen Vorspannkraft des Schraubenbolzens und hydraulischem Druck des SSZ garantiert hohe Reproduzierbarkeit
- Kleiner αA-Wert ab bestimmten Klemmlängen
- Optimal für Baustellenmontagen geeignet




